Chapter 6 1734 Z-Zeit (0734 Uhr Alaskan Time)I.C.E.-Hauptgebäude 8 Meilen westlich von Barrow, Alaska Harm erwachte und noch bevor er die Augen öffnete, wußte er, daß Mac nicht neben ihm lag. Er schlug die Augen auf und sah seinen Verdacht bestätigt. Er fragte sich, ob sie in der letzten Nacht überhaupt geschlafen hatte. Er erhob sich, streifte ein T-Shirt über und machte sich auf die Suche nach Mac. Sie stand in dem kleinen Büroraum, den Rücken zur Tür und hatte einen Stapel Blätter in der Hand. Ihre Haltung war müde, aber trotzdem schien sie zu unruhig zu sein, um sich zu setzen. Harm konnte die Spannung in ihren Schultern geradezu sehen. Ohne groß nachzudenken trat er ein und streckte die Hände aus, um ihr die Verspannungen aus den verkrampften Muskeln zu massieren, wie er es schon einmal getan hatte. Eine Sekunde später fiel ihm ein, daß es keine besonders gute Idee sein mochte, von hinten an einen unausgeschlafenen, gereizten Marine heranzutreten, aber da war es schon zu spät. Er fand sich plötzlich auf dem Boden wieder und Mac hatte seinen Arm in einem erbarmungslosen Griff, der ihm fast die Schulter ausrenkte. "Mac, ich bin’s nur!" Mac ließ sofort los und half ihm auf die Beine. "Tun Sie das nie wieder, Sie haben mir einen Höllenschreck eingejagt!" schnappte sie. "Ich Ihnen? Ich bin doch derjenige, dem fast der Arm ausgekugelt wurde! Ich hoffe, Sie machen es sich nicht zur Gewohnheit, mich zu verletzen." Er lächelte etwas, um ihr zu zeigen, daß er es ihr nicht übelnahm. Harm wußte, daß sie eine Marine-Corps-Ausbildung hinter sich hatte und eine fabelhafte Kickboxerin war, aber ein wenig erstaunte es ihn doch, daß sie in der Lage war, einen Mann seiner Größe und seines Gewichts so einfach zu Boden zu werfen. Er wußte, sie hatte nicht darüber nachgedacht, sondern einfach reagiert, als sie jemanden hinter sich hörte. Jemand anderer hätte es vielleicht für ein Zeichen schneller Reflexe und aufmerksamer Wachsamkeit gehalten, aber er wußte, daß es in Wirklichkeit nur zeigte, wie erschöpft sie war. Mac sah bleich aus und unter ihren Augen lagen dunkle Schatten. Ihre Hände zitterten leicht, als sie die zu Boden gefallenen Seiten wieder aufhob. Wenn Harm sich nicht irrte, hatte sie sogar etwas an Gewicht verloren in den letzten Wochen, obwohl sie das sicher nicht nötig gehabt hätte. Er fragte sich plötzlich, ob sie krank war. Wenn das so weiterging, hatte er bald keine andere Wahl mehr, als sich mit dem Admiral in Verbindung zu setzen und sie ausfliegen zu lassen, ob sie wollte oder nicht. Er hatte nicht vor, zuzusehen, wie dieser sture Jarhead seine Gesundheit ruinierte. Aber noch hoffte er, daß es besser werden würde. *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *»
18: 21 Z-Zeit (08: 21 Uhr Alaskan Time) Harm saß am Frühstückstisch und hörte mit halbem Ohr zu, wie Mac sich mit den beiden Japanern unterhielt, während er seinen Obstsalat aß und einigermaßen zufrieden sah, daß Mac zumindest einen Toast gegessen hatte. "... stammen 17 % der Erdöllagerstätten aus der Kreidezeit, 13 % aus dem Jura und 12 % aus dem Paläzoikum." sagte Mac gerade. Ihr Tonfall ließ dieselbe Kompetenz und sachliche Qualifikation erahnen, die sie auch im Gerichtssaal zeigte und nur Harm allein wußte, daß dem nicht wirklich so war. Er mußte ihre Lern- und Konzentrationsfähigkeit ganz einfach bewundern, vor allem in ihrem gegenwärtigen Zustand. Harm wußte, daß es Mac wichtig war, daß man ihre professionelle Seite, ihre Fähigkeiten als Offizier und als Anwältin respektierte und er fragte sich plötzlich, ob er ihr jemals gesagt hatte, wie sehr er ihre Arbeit schätzte und bewunderte. " ... soviel Interessantes gab es in Alaska ja auch nicht," hörte er Melissa Daniels sagen, "ein bißchen Kupfer, etwas Kohle, Erdgas und Molybdän wurden abgebaut." Yumiko Nishida nickte. "Bis dann 1977 in der Nähe der Prudhoe Bay, nicht sehr weit von hier entfernt, die ersten Ölfelder entdeckt und daraufhin die Trans-Alaska-Pipeline gebaut wurde. Damit wurde Alaska schlagartig interessant." "Wußten Sie, daß Alaska bis 1867 zu Rußland gehört hat?" warf Sergeij Pedowkin ein. "Die Vereinigten Staaten haben uns das Land für lächerliche 7,2 Millionen Dollar abgekauft. Es lebe der Kapitalismus." Sergeij lachte und die anderen fielen ein. Harm und Mac wechselten einen kurzen Blick. Zwischen den Russen und den Amerikanern, den alten Gegnern des Kalten Krieges, schien es hier auf der Station kaum Feindseligkeiten zu geben, genausowenig zwischen den Vertretern der USA und Japans, ihres neuen wirtschaftlichen Konkurrenten. Es herrschte eine fast freundschaftliche Atmosphäre, vielleicht deshalb, weil man hier so völlig von der Außenwelt abgeschnitten und aufeinander angewiesen war. Jeder hier hielt scheinbar Erdöl für den wertvollsten Rohstoff in Alaska, niemand schien eine Ahnung von der Existenz des neuen Stealth-Materials unter dem Eis zu haben. Also auch hier kein Mordmotiv. Harm seufzte. Sie waren jetzt schon den dritten Tag hier und noch immer hatten sie keinen Hinweis auf den Mörder. Er sah zu den Tschechows hinüber. Er sah, was er auch schon in den beiden letzten Tagen beobachtet hatte: Respekt und Zuneigung. Fast hätte er glauben können, Mac hätte sich geirrt und sie wären doch verheiratet, aber andererseits mieden sie jede Berührung. Seltsam, fand Harm. Selbst wenn sie nur Freunde waren, so hätte es zwischen ihnen sein sollen, wie es zwischen ihm und Mac noch vor ein paar Wochen gewesen war: Kleine, zufällige Berührungen, Gesten der Unterstützung oder des Trostes, eine aufmunternde Hand auf dem Arm oder ein Klaps auf die Schulter. Nichts dergleichen bei den beiden Russen. Man hätte es vielleicht auf andere kulturelle Regeln zurückführen können, die Vertraulichkeiten in der Öffentlichkeit verboten, aber Harm wußte, daß dies eher auf die japanische Kultur zutraf; die russische Gesellschaft unterschied sich so sehr nicht von der, die Harm gewohnt war. Draußen erklang Motorengeräusch und Harm dachte unwillkürlich an einen der beiden Motorschlitten, die er draußen gesehen hatte. "Hört sich nach den Akimotos an." meinte Ishmael Daniels. Einige Minuten später traten zwei dick vermummte Gestalten ein und klopften sich den Schnee von den Parkas, bevor sie sie auszogen. Die beiden Japaner waren etwas größer als ihre Landsleute, aber genauso jung wie Yumiko und Yoshiaki Nishida. Sie kamen näher und begrüßten ihre Kollegen, bevor sie sich den beiden ihnen unbekannten Gesichtern zuwandten. Harm hatte den Eindruck, daß sie im Gegensatz zu den anderen Wissenschaftlern überrascht waren, Neuankömmlinge hier zu sehen. Vielleicht waren sie schon vor dem Verschwinden der Reardons aufgebrochen. Harm streckte die Hand aus. "Guten Morgen. Ich bin Commander Harmon Roberts und das ist Lieutenant Colonel Sarah Roberts, meine Frau." Der Japaner ergriff seine Hand. "Kenichi und Myoki Akimoto. Wir sind Geophysiker." Er sah Harm prüfend an. "Was genau tun Sie hier?" "Ich nehme an, Sie haben von dem Verschwinden und mutmaßlichen Tod der Reardons gehört?" erkundigte sich Harm. Die Akimotos nickten. "Wir sind erst am Morgen, nachdem wir die leere Bohrstelle entdeckt haben, nach Barrow aufgebrochen." erklärte Myoki. "War überhaupt jemand gleichzeitig mit den Reardons unterwegs?" nutzte Mac die günstige Gelegenheit, sich nach Alibi und Tatgelegenheit zu erkundigen. Ishmael Daniels, bei solchen Gelegenheiten oft der Wortführer der Gruppe, schüttelte den Kopf. "Für gewöhnlich achten wir darauf, daß nicht zu viele von uns gleichzeitig draußen sind." Der Anwalt in Harm war langsam aber sicher wirklich frustriert. Entweder war jemand am Tag oder in der Nacht des Verschwindens der Reardons unbemerkt unterwegs gewesen oder die Bewohner der Forschungsstation deckten sich gegenseitig. Oder die Wissenschaftler hatten wirklich nichts mit dem Mord zu tun. Was natürlich die Frage aufwarf, wer es dann getan haben könnte. Nordalaska war nicht gerade ein dicht bevölkertes Ballungszentrum. Harm erinnerte sich wieder an die Frage der Akimotos. "Ich bin Psychologe und Sarah arbeitet als Geologin." erklärte er. Irgendwie hatte Harm das Gefühl, daß diese Antwort die beiden Geophysiker beruhigte, aber vielleicht interpretierte er auch nur wieder die japanische Mimik falsch. Myoki Akimoto warf ein kleines Bündel auf den Tisch. "Die Post!" verkündete sie und sofort begannen die Wissenschaftler, sich an dem Paket zu schaffen zu machen. "Wie Kinder unter dem Weihnachtsbaum." dachte Harm amüsiert. Er schätzte, daß man hier nicht allzu oft Nachricht von Zuhause erhielt. Sergeij Pedowkin riß einen Briefumschlag auf und reichte Marianka den Brief, während er selbst mit einem breiten Lächeln ein Foto betrachtete. Dann hielt er das Bild Harm und Mac hin und erklärte stolz: "Unser Sohn Michail mit unserer Enkelin. Sie ist fünf." Das Foto zeigte einen großen, lachenden Mann, der ein kleines, ebenso lachendes Mädchen im Kreis herumschwang. Harm konnte sich erinnern, daß sein Vater das auch mit ihm gemacht hatte, bevor er über Vietnam abgeschossen wurde und verschwand. Er nickte den Pedowkins lächelnd zu und warf einen Blick zu Mac hinüber. Sie nagte an ihrer Unterlippe und ihr Lächeln war etwas gezwungen. Ihre großen braunen Augen blickten ein wenig traurig, auch wenn sie versuchte, es zu verbergen. Niemand bemerkte es, vermutlich weil niemand auch nur im entferntesten daran dachte, daß ein so harmonisches Foto jemanden traurig machen konnte. Harm wußte, daß gerade diese familiäre Harmonie Mac traurig machte, weil sie soetwas nie gehabt hatte. Selbst wenn ihr Vater sie einmal so voller Stolz und Zuneigung behandelt haben sollte, so waren die schönen Augenblicke überlagert durch die Erinnerung an die Trunkenheit, die Schläge, das Brüllen und Weinen, an all die Nächte, in denen sie sich als kleines Mädchen in den Schlaf geweint hatte und an die unzähligen Male, in denen sie sich als Teenager selbst betrunken hatte. Er kannte Mac besser, als sie dachte, besser als jeder andere. Selbst wenn sie behauptete, okay zu sein und über alles hinweg zu sein, er wußte es besser. Sie mochte sich selbst sagen, daß die Zeit alle Wunden heilte, aber er wußte, daß manche Dinge einen für immer prägten. Er hatte 28 Jahre seines Lebens, um das zu beweisen. Harm behauptete nicht, daß er verstand, was sie durchgemacht hatte und was eine solche Kindheit aus einem Menschen machen konnte. Er hatte an seinen Vater nie anders als mit Bewunderung und Stolz gedacht. Aber er fühlte mit ihr. Harm legte seine Hand über Macs und drückte sie sanft. "Ist okay, Sarah." sagte er mit einem aufmunternden Lächeln. Mac drehte den Kopf und sah ihn an. Ein Dutzend verschiedener Emotionen spiegelte sich in ihren dunklen Augen. Dankbarkeit, Überraschung, vielleicht darüber, daß er noch immer erkennen konnte, was in ihr vorging -, Traurigkeit, Verlegenheit, Empörung, Zorn. Zumindest die letzten beiden Reaktionen verstand Harm nicht. Galt ihr Zorn Joseph MacKenzie, ihrem Vater, oder ihm? Zur Zeit schien Mac auf das ganze Universum zornig zu sein, dachte Harm seufzend. *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *» *»
18: 58 Z-Zeit (08: 58 Uhr Alaskan Time) Die anderen Wissenschaftler waren an ihre Arbeit zurückgekehrt, während Harm und Mac zurückblieben, da sie zum Geschirrwaschen eingeteilt waren. Mac zerbröselte gedankenverloren das Croissant auf ihrem Tablett. Harm deutete auf ihren nur halb geleerten Teller. "Wollen Sie nicht zu Ende essen?" erkundigte er sich. "Nein, danke, mir ist der Appetit vergangen!" murmelte sie düster. "Ist irgendetwas nicht in Ordnung?" fragte Harm besorgt und versuchte, ihr Gesicht zu sehen, doch Mac blickte in eine andere Richtung. Machte das Foto sie noch immer traurig oder war es etwas Anderes? "Ich glaube nicht, daß Sie die Antwort wirklich hören möchten." brummte Mac verstimmt. "Natürlich möchte ich Sie hören, Mac!" versicherte Harm etwas erstaunt. "Okay, Sie haben es so gewollt." sagte sie noch einigermaßen ruhig, aber dann schlug ihre Stimme um. "Was zum Teufel sollte dieses „Ist okay, Sarah„ und das Händchenhalten?!" Harm sah sie groß an. "Nichts, Mac, ich wollte nur ..." "Oh, hören Sie auf mit Ihrem NICHTS, Commander! Hören Sie bloß auf! Sie haben mich vor allen in Verlegenheit gebracht, ist das vielleicht NICHTS?!" "WAS? Ich habe nichts dergleichen getan, das bilden Sie sich nur ein!" Langsam kam auch in Harm der Ärger hoch. Er schrie nicht, aber das machte Mac nur noch wütender. "Ach, das bilde ich mir ein, ja?" Macs Augen funkelten unheilvoll. "Dann hab ich mir wohl auch nur eingebildet, daß Sie mich wie ein kleines unmündiges Kind oder Ihre dumme, schwache Frau behandeln, seit wir hier sind?" "Mac! Ich behandle Sie wie ein Freund den anderen behandelt, was man von Ihnen nicht gerade behaupten kann!" Harm versuchte nicht mehr, die Frustration aus seiner Stimme fernzuhalten. "Was ist Ihr Problem?" "Mein Problem sind Sie, Harmon!" Mac schien es darauf anzulegen, ihn zu verletzen und das erreichte sie auch. Es waren nicht so sehr die Worte, die ihn verletzten, sondern die Tatsache, daß sie von ihr kamen, seiner Partnerin, seinem besten Freund. Sie kannten einander viel zu gut, um nicht zu wissen, wie sie sich treffen konnten. Die Temperatur im Raum schien schlagartig kälter als die draußen zu sein. "Allmählich bekomme ich den Eindruck, daß SIE zu den Leuten gehören, die ihre Feinde mehr schätzen als ihre Freunde. Mac, ich versuche doch nur, Ihnen zu helfen. Das vorhin, das war doch nur ... eine Geste des Trostes." Harm wollte die ganze Situation stoppen, bevor sie eskalierte. "Des Trostes?" Mac wurde nur noch wütender, "Danke, aber ich bin aus dem Alter heraus, in dem ich einen Babysitter brauche!" "Herrgott, Mac, jetzt seien Sie doch nicht so empfindlich! Ich dachte nur, Sie könnten etwas ... Unterstützung gebrauchen, das ist alles." Harm begann langsam daran zu zweifeln, daß sie dieselbe Sprache sprachen. "Ihre Unterstützung hat dafür gesorgt, daß erst recht alle auf mich aufmerksam geworden sind! Vielleicht denken Sie das nächste Mal erst nach, bevor Sie wieder solche „Gesten des Trostes„ verteilen. Ich schätze diese Art der Aufmerksamkeit nicht besonders; ich will nicht von den anderen bemitleidet werden. Niemand soll mich als Opfer von irgendetwas sehen!" grollte Mac. "Okay." Harm begann zu verstehen, warum sie seine "Geste des Trostes" so ablehnte; sie wollte lieber einen unbemerkten Moment der Traurigkeit mit sich selbst ausfechten, als vor den anderen eine Schwäche zu zeigen. Dennoch konnte er noch immer nichts Falsches an seinem Verhalten erkennen. "Aber hätten Sie mir das nicht in einem ruhigeren Tonfall mitteilen können?" Dieses Verhalten war doch einfach kindisch! Wenn er etwas an ihrer Freundschaft besonders geschätzt hatte, dann war es, daß sie miteinander redeten. "Sie sollten sich mal hören und sehen! Sie sehen aus, als wollten Sie mich mit bloßen Händen erwürgen." führte Harm ihr die Situation vor Augen. "Führen Sie mich besser nicht in Versuchung." murmelte Mac, versuchte aber wirklich, ihre Stimme etwas zu senken. Harm sah sie an. Er war an einem Punkt angelangt, an dem er einfach nicht mehr weiter wußte. "Okay, Mac, sagen Sie es doch einfach, sagen Sie doch einfach, daß Sie mir die Freundschaft aufkündigen wollen und ich werde Sie nicht weiter belästigen!" Doch er wartete nicht auf ihre Antwort, vielleicht hätte er es nicht ertragen, sie zu hören, sondern drehte sich abrupt um und ging. Mac schluckte und schloß für einen Moment die Augen. Ihr Leben war ein Chaos, wie gewöhnlich. Sie hatte wirklich schon eine Menge Fehler in ihrem Leben gemacht, aber das hier übertraf wahrscheinlich alle anderen. Sie hatte nicht unbedingt viele Freunde, denn sie brauchte lange, bevor sie jemandem wirklich vertraute, und Harm war in den letzten vier Jahren ihr bester Freund gewesen. Jetzt war sie dabei, alles kaputt zu machen, nur weil ... "Sarah?" Melissa Daniels streckte den Kopf zur Tür herein. "Ist alles in Ordnung? Ich habe Stimmen gehört..." Sie sah Mac prüfend an, bemerkte wie aufgewühlt und traurig sie war. "Haben Sie sich gestritten? Machen Sie sich keine Sorgen, Sarah, das kommt schon mal vor." Mac antwortete nicht. Sie hoffte, daß Melissa nichts gehörte hatte, nicht bemerkt hatte, daß sie sich siezten. Sie glaubte es nicht. "Es ist nicht so wie bei Ishmael und mir," fuhr Melissa Daniels fort und seufzte, "ich sehe doch, wie sehr Harmon und Sie sich lieben. Man sieht sofort, daß Sie frisch verheiratet sind." Fast mußte Mac ein wenig lachen. "Meine schauspielerischen Fähigkeiten müssen besser sein, als ich dachte." dachte sie mit gelinder Belustigung. "Ach, es ging nur um das Übliche," behauptete sie, "die nicht ausgedrückte Zahnpastatube, die Toilettenbrille, den Haushalt..." Mac deutete auf das schmutzige Geschirr, mit dem Harm sie alleine gelassen hatte. Melissa lächelte verständnisvoll. "Das kenne ich!" stöhnte sie und krempelte die Ärmel hoch. "Kommen Sie, ich helfe Ihnen." TBC |